Freitag, 3. Juli 2009

Mit Bildung gegen Konkurrenz bestehen

Mit Bildung gegen Konkurrenz bestehen

Angesichts der Wirtschaftskrise, deren Auswirkungen immer deutlicher zu spüren sind, gewinnt die Aus- und Weiterbildung im Beratungs- und Vermittlungssektor immer mehr an Bedeutung.

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Deshalb verstärken die verschiedensten Berufsgruppen ihre einschlägigen Anstrengungen – wobei sie teilweise von einem hohen Level ausgehen können.

Das geht zum Beispiel aus der Studie zur volkswirtschaftlichen Bedeutung der Versicherungsmakler in Österreich hervor, die das Institut für Höhere Studien und wissenschaftliche Forschung Kärnten im Auftrag des Fachverbandes der Versicherungsmakler und Berater in Versicherungsangelegenheiten erstellt hat.

82 Prozent der Befragten erklärten auf die Frage nach einer zusätzlichen Ausbildung, sie hätten entsprechende Angebote wahrgenommen. Fast 40 Prozent haben an facheinschlägigen Seminaren teilgenommen, 28 Prozent haben eine Ausbildung direkt beim Versicherer absolviert und rund 14 Prozent haben einen Universitätslehrgang abgeschlossen.

Beliebtes Kurzstudium

Vor allem das akademische Kurzstudium gewinnt an Beliebtheit. Mittlerweile gibt es an den Universitäten Linz und Graz sowie an der Wirtschaftsuniversität Wien die Möglichkeit, durch die Teilnahme an einem dreisemestrigen Lehrgang den Titel Akademische Versicherungskauffrau bzw. Akademischer Versicherungskaufmann und vor allem das zugehörige Wissen zu erwerben. Die Tendenz der Teilnehmerzahlen ist steigend (VersicherungsJournal 3.6.2009).

Absolventen der Finanzakademie 2009

Glückwünsche für die Absolventen von
Wolfgang P. Stabauer, Wolfgang Göltl und
Prof. Finsinger (v. l.). Foto: Niko Formanek

Mit akademischen Ehren können sich auch immer mehr Finanzdienstleister schmücken. Die Fachakademie für Finanzdienstleister (FAF) hat kürzlich mit dem Abschluss des Diplomlehrgangs 2008/2009 ihre elfte Generation an qualifizierten Finanzexperten mit erweiterten Kenntnissen in das Berufsleben entsenden können. 22 Absolventen erhielten die Diplome von Univ.-Prof. Dr. Jörg Finsinger, Universität Wien, und Ausbildungsleiter KommR Wolfgang P. Stabauer überreicht.

Wie begehrt das Angebot ist, zeigt die Tatsache, dass seit dem Start der Fachakademie für Finanzdienstleister im Jahr 1996 nicht weniger als 500 Teilnehmer die Ausbildung zum akademischen Finanzdienstleister erfolgreich absolviert haben. Die FAF zählt damit zu den effizientesten Bildungseinrichtungen.

Angebot für Finanzdienstleister wird erweitert

KommR Wolfgang K. Göltl, Präsident der FAF: „Professionelle Finanzberatung ist gefragter denn je. Wir wollen die Voraussetzungen dafür optimieren und werden das Programm des Lehrgangs in den nächsten Monaten mit spezifischen Fachseminaren erweitern.“

Auch die Versicherungsagenten verstärken ihre Anstrengungen für eine intensivierte Fortbildung. So betonte Helmut Emberger, Obmann der Agenten in Tirol, vor kurzem nachdrücklich: „Die aktuelle Finanzkrise bringt eine Vertrauenskrise. Besonders gut ausgebildete Versicherungsagenten werden es aber schaffen, auch in den nächsten Monaten das Vertrauen ihrer Kunden zu gewinnen.“

Das Tiroler Landesgremium der Versicherungsagenten bietet, so wie Agentenorganisationen in anderen Bundesländern, Schulungen zu versicherungsrechtlichen Fragen, aber auch zu Managementfähigkeiten an. Emberger: „Gerade für Ein-Personen-Unternehmen, wie es Versicherungsagenten oftmals sind, ist umfangreiche und vor allem spezifische Aus- und Weiterbildung enorm wichtig, da leisten wir Hilfestellung.“

Agenten übernehmen Selbstverpflichtung

Der Salzburger Obmann der Agenten, KR Engelbert Löcker, erinnert daran, dass sich die Agenten eine Selbstverpflichtung zur ständigen Aus- und Weiterbildung auferlegt haben. Die Motive: einerseits um im Wettbewerb mit Konkurrenten bestehen zu können, anderseits um den Kundenansprüchen gerecht zu werden.

Löcker: „Zudem findet sich im § 137 der österreichischen Gewerbeordnung eine gesetzliche Verpflichtung zur Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter.“ So müssen alle direkt bei der Vermittlung von Versicherungen mitwirkenden Beschäftigten eines Agenten im Hinblick auf die vertriebenen Produkte intern eingeschult werden oder über vergleichbare Ausbildungen verfügen.

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