Freitag, 28. August 2009
© Kruse
Friedrich Krahmers Audi wäre bald ein Oldtimer, wenn er nicht ein Jahr lang als Vorführwagen genutzt worden wäre.
Etwa einmal die Woche braucht der pensionierte Versicherungsagent sein Auto, um ins Dantebad zu fahren oder nach Riem, wo er noch Geschäfte macht. Einmal im Jahr geht es mit der Ehefrau in den Urlaub nach Italien. Als Krahmer 2008 von der Umweltzone hörte, hatte der Rentner ein Problem. „Ich wohne in Schwabing und innerhalb der Umweltzone, ich hatte Angst, ein neues Auto kaufen zu müssen.“
Doch das Kreisverwaltungsreferat gewährte ihm eine Ausnahme für ein Jahr, weil sich das Auto nicht mit einem Katalysator nachrüsten lässt. Doch die Ausnahmegenehmigung läuft im September aus. Krahmer müsste sich ein neues Fahrzeug kaufen. „Ich fahre jetzt fast 20 Jahre mit meinem alten Wagen und will mich nicht mehr an ein neues Auto gewöhnen. Was soll ich mir auch in meinem Alter noch ein neues Auto kaufen?“ Nun hofft Krahmer auf ein H-Kennzeichen, das man für Oldtimer bekommt und ihn von der Plakettenpflicht befreien würde. Dafür müsste der Wagen allerdings 30 Jahre alt sein.
Die schönsten Opel von einst
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Laut Krahmers Fahrzeugbrief wurde das Auto im Februar 1981 erstmals zugelassen. Somit wäre es erst 2011 alt genug für ein H-Kennzeichen. Krahmer: „Ich habe aber eine Bescheinigung von Audi, dass das Auto am 5. Oktober 1979 produziert wurde. Dann war es als Vorführwagen im Einsatz , bis es mein Vorbesitzer als Jahreswagen gekauft hat.“ Ist das Auto also somit im Herbst auch rein rechtlich 30 Jahre alt? Das Gesetz spricht nur von „in Verkehr bringen“, von Erstzulassung ist nicht die Rede. Mit der Bescheinigung von Audi und einer Bestätigung vom Audi-Center, dass der Wagen Vorführwagen war, will Krahmer das Auto Ende September auf ein H-Kennzeichen ummelden. „In der Zulassungsstelle haben sie gesagt, dass das funktioniert.“
Ob das tatsächlich klappt, ist aber fraglich. Thomas Holz, Leiter der Zulassungsstelle, zur tz: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Herr von uns diese Auskunft bekommen hat. Ausschlag gebend ist die Erstzulassung. Da muss der Herr das Auto ein Jahr außerhalb des Mittleren Rings parken.“
J. Welte
POL-SI: Mann wollte Versicherungsagentur nicht verlassen
Siegen (ots) - Wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt und wegen Beleidigung ermittelt aktuell die Siegener Kripo gegen einen 55-jährigen Mann aus Siegen sowie dessen 19-jährige Tochter.
Der Mann hatte sich am 27.08.2009 - trotz Aufforderung - zunächst geweigert, eine Versicherungsagentur in Siegen zu verlassen. Als der Versicherungsagent dann auch noch befürchten musste, von dem randalierenden 55-Jährigen angegriffen zu werden, war das Maß voll und der Agent rief die Polizei. Als die Funkstreifenwagenbesatzung bei der Versicherung eintraf, war zwischenzeitlich schon die 19-jährige Tochter des 55-Jährigen zu dessen Unterstützung erschienen. Vater und Tochter verhielten sich dann auch gegenüber den Polizeibeamten äußerst aggressiv. So kam es, dass sie die Polizisten zunächst beleidigten und dann sogar angriffen bzw. Widerstand gegen deren Amtshandlungen leisteten. Obwohl die 19-Jährige im weiteren Verlauf der Geschehnisse auch noch ihre in der Nähe anwesende Mutter zu Hilfe rief, gelang es den Beamten schließlich, die "nette Familie" doch noch zum Verlassen der Versicherungsagentur zu bewegen.
Nach Feststellung der Personalien der Familienmitglieder leiteten die Polizisten gegen Vater und Tochter ein Strafermittlungsverfahren wegen Widerstandes und Beleidigung ein.
Polizeipressestelle Siegen-Wittgenstein